Französische Kommunalwahlen 2026: Lokale Wahlen mit nationaler Tragweite

Die französischen Kommunalwahlen 2026, bei denen etwa 500.000 Mandatstragende in 35.000 Gemeinden gewählt werden, finden vor einem noch nie dagewesenen politischen Hintergrund statt. Erst zum zweiten Mal seit Beginn der fünften französischen Republik (1958) werden die Kommunalwahlen vor den Präsidentschaftswahlen abgehalten, ohne dass eine andere Wahl dazwischen liegt. Diese Abfolge könnte die nationale politische Landschaft nachhaltig prägen. Die Kommunalwahlen sind mehr als nur eine lokale Abstimmung, sie stellen die Weichen für eine Reihe von Wahlen, die die Republik neu definieren könnte.

Ville de Poitiers

Kommunalwahlen 2026: Kleine Wahl, große Herausforderungen 

Die französischen Kommunalwahlen 2026, bei denen etwa 500.000 Mandatstragende in 35.000 Gemeinden gewählt werden, finden vor einem noch nie dagewesenen politischen Hintergrund statt. Erst zum zweiten Mal seit Beginn der fünften französischen Republik (1958) werden die Kommunalwahlen vor den Präsidentschaftswahlen abgehalten, ohne dass eine andere Wahl dazwischen liegt. Diese Abfolge könnte die nationale politische Landschaft nachhaltig prägen. Die Kommunalwahlen sind mehr als nur eine lokale Abstimmung, sie stellen die Weichen für eine Reihe von Wahlen, die die Republik neu definieren könnte

Zu dieser institutionellen Besonderheit kommt ein neues politisches Umfeld hinzu: Inzwischen deutet alles darauf hin, dass die rechtsextreme Partei Rassemblement National es schaffen kann, die zweite Runde der Präsidentschaftswahl 2027 zu erreichen, höchstwahrscheinlich als Spitzenreiter. Während die Frage nach der Qualifikation der Partei bis vor kurzem noch im Raum stand, ist die Hypothese ihrer Präsenz in der zweiten Runde jetzt nicht mehr umstritten. Die Frage ist nun, welche politische Kraft in der Lage sein wird, sich ihr zu stellen – und vor allem, sie zu besiegen. 

Diese Neugestaltung wird durch die Schwächung oder sogar den Zusammenbruch der sogenannten republikanischen Front verstärkt, die von einigen rechten Politikerinnen und Politikern für überholt erklärt wurde - sie ziehen ihr die sogenannte Vereinigung der Rechten vor. Dieser bedeutende strategische Bruch führt dazu, dass bereits dem Ergebnis der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen und dem daraus resultierenden Kräfteverhältnisses eine entscheidende Bedeutung zukommt. Vor dem Hintergrund dieser Spannungen und der erzwungenen Klärung sind die Kommunalwahlen 2026 keine gewöhnlichen Kommunalwahlen mehr. Sie werden zu einem entscheidenden Moment, der für die Vorwegnahme und Ausrichtung der Wahldynamik im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im Jahr 2027 von wesentlicher Bedeutung ist, insbesondere durch die Förderung der Logik der „taktischen Stimmabgabe“, die sich bereits in der ersten Runde äußern könnte, um die stärkste Alternative zur extremen Rechten zu benennen. 

Zu dieser strategischen Spannung tragen die Regeln der Kommunalwahlen selbst bei. Die Liste mit den meisten Stimmen erhält aufgrund des Mehrheitswahlrechts 50 % der Sitze im Gemeinderat, der Rest wird nach dem Verhältniswahlrecht verteilt. Bei vier Listen in der zweiten Wahlrunde kann beispielsweise eine Liste mit 35 % der Stimmen eine komfortable Mehrheit von 68 % der Sitze (d. h. 34 von 50 Sitzen) erzielen und sich damit die vollständige Kontrolle über die lokale Exekutive sichern. Dieser Mechanismus ist umso entscheidender, als die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister sowohl die Exekutivfunktionen als auch die Kontrolle über die Tagesordnung der Beratungen innehat, wodurch der Sieg an Bedeutung gewinnt und nicht nur das bloße Wahlergebnis zählt. 

In dieser angespannten Lage versucht jede politische Gruppierung, die Kommunalwahlen dafür zu nutzen, um ihre Glaubwürdigkeit auf nationaler Ebene zu steigern. Die Grünen müssen Rückschläge vermeiden, die sie im Hinblick auf die Präsidentschaftswahl im Jahr 2027 marginalisieren würden. Die zentrum-linke Partei Place publique hat Auftrieb bekommen von Raphaël Glucksmann bei den Europawahlen und will ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, eine autonome Kraft auf der linken Seite des politischen Spektrums zu werden, die Einfluss auf dessen Strukturierung und auf die Frage der Bündnisse nehmen kann. Jean-Luc Mélenchon möchte seinerseits zeigen, dass La France Insoumise in der Lage ist, wichtige Wahlen zu gewinnen und nicht mehr nur eine zersplitterte Linke zu dominieren. Der Rassemblement national schliesslich wird versuchen, die Reihen der republikanischen Front auch auf lokaler Ebene dauerhaft zu durchbrechen.

Der Kampf um die territoriale Verankerung: eine Bewährungsprobe für alle Parteien 

Für alle Parteien ist das Jahr 2026 ein strategisch wichtiger Zeitpunkt. Bevor wir näher auf die Herausforderungen eingehen, denen sich die Grünen (Les Ecologistes) stellen müssen, hier ein kurzer Überblick über die anderen Parteien.

  • Für den Rassemblement National (RN) sind die Wahlen von 2026 der letzte Schritt vor seinem möglichen Machtantritt. Die Partei hofft, ihre oft spektakulären nationalen Wahlergebnisse auch auf kommunaler Ebene verankern und dadurch mehr Legitimität in lokalen Angelegenheiten bekommen zu können. Diese Präsenz ist eine unabdingbare Voraussetzung, um sich im Jahr 2027 in den Augen der französischen Bevölkerung und der Eliten als echte und glaubwürdige Regierungskraft zu präsentieren. Der RN zielt insbesondere auf symbolträchtige und strategisch wichtige Städte wie Marseille ab. Einer der Verantwortlichen soll gesagt haben: „Wenn wir Marseille gewinnen, kippt Frankreich. Die Franzosen würden dann sagen: Was die Einwohner Marseilles geschafft haben, können wir auch!“ Der RN verfolgt das Ziel, neben den Großstädten möglichst viele mittelgroße Städte und Kreisstädte in vorstädtischen und ländlichen Gebieten zu erobern, wo die Partei in nationalen Wahlen bereits dominiert. Jeder Sieg bei den Kommunalwahlen im Jahr 2026 dürfte als unwiderlegbarer Beweis dafür präsentiert werden, dass der RN nicht mehr nur eine Protestpartei ist, sondern die dominierende Kraft in der französischen Politiklandschaft. Ohne eine geeinte und glaubwürdige Opposition macht das ihren Sieg im Jahr 2027 unausweichlich. 

    Anmerkung: Von den 263 Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnenden sind 3 Bürgermeister*innen Mitglieder des „Rassemblement National (davon 1 an der Spitze einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnenden). 

  • Les Républicains (LR) gehen mit einer tiefen Identitätskrise in diese Wahlen. Die Partei, die zwischen der Beibehaltung ihrer traditionellen Basis und der Versuchung einer strategischen Allianz mit dem Rassemblement National gespalten ist, versucht verzweifelt, ihr noch solides lokales Netzwerk zu stabilisieren. Dieses wird durch zwei Bedrohungen gleichzeitig geschwächt: den Vormarsch der Grünen in den großen Metropolen und den verheerenden Aufstieg des Rassemblement National in vielen vorstädtischen und ländlichen Gebieten. Es geht um mehr als nur den Erhalt von Sitzen: Die Schwächung von LR und die Abwanderung eines Teils seiner Wählerschaft zur extremen Rechten machen einen Sieg des RN bei der Präsidentschaftswahl 2027 plausibel. Für LR wird 2026 daher zu einer Überlebensfrage: Entweder gelingt es der Partei, ihre lokale Verankerung zu erhalten, um sich eine Chance auf eine Existenz im Jahr 2027 zu sichern, oder sie verschwindet weiter in den Hintergrund und ebnet dem RN endgültig den Weg zur Dominanz der Rechten. 

    Anmerkung: Von den 263 Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnenden werden 89 von „Les Républicains und 141 von der Rechten regiert. In Städten mit mehr als 10.000 Einwohnenden dominiert die Rechte mit 53 % der Bürgermeister*innen (+ davon 15 % Zentrumsparteien). 

  • Das Lager des Präsidenten (Renaissance und seine Verbündeten) geht die Kommunalwahlen 2026 defensiv und selektiv an. Diese Wahlen sind für die Mehrheit, die bei den Kommunalwahlen von 2020 nicht erfolgreich war und keine einzige Großstadt des Landes für sich gewinnen konnte, mit einem hohen Risiko verbunden. Die Strategie ist daher zielgerichtet: Da kein ausreichendes Netzwerk vorhanden ist, geht es darum, die Kräfte auf einige strategisch wichtige Metropolen (Lyon, Marseille) zu konzentrieren, um eine symbolische Niederlage zu vermeiden. Das Hauptziel besteht darin, den möglichen Schaden auf nationaler Ebene zu begrenzen: Ein schlechtes Ergebnis würde die Vorstellung einer isolierten Macht verstärken und den Aufbau einer Rückendeckung für die Präsidentschaftskampagne 2027 sowie die Fähigkeit, Einfluss auf die folgenden Wahlen (Senatswahlen 2026) zu nehmen, gefährden. 

    Anmerkung: Von den 24.000 Gemeinden mit mehr als 1.000 Einwohnenden sollen 9 Bürgermeister*innen der Partei „La République En Marche angehören. 

  • Die Sozialistische Partei (PS) geht mit einer paradoxen Position in die Kommunalwahlen im März 2026: Sie ist zwar nach wie vor die stärkste linke Kraft auf regionaler Ebene, doch ihre historische Vorherrschaft wird nun von beiden Seiten angefochten. Zu ihrer Linken versucht La France insoumise, ihre nationalen Erfolge in lokale Verankerung umzuwandeln, indem sie sozialistische Hochburgen ins Visier nimmt, um dort ihre Führungsrolle durchzusetzen oder strategische Stellvertreterposten zu fordern. Rechts von ihr droht die aufstrebende Place publique, die Dutzende von Spitzenpolitikern in ganz Frankreich aufstellt, die sozialdemokratische und pro-europäische Wählerschaft abzuziehen. Diese gemäßigten Wähler, die oft gegen ein Bündnis mit LFI sind, könnten in der Partei von Raphaël Glucksmann eine glaubwürdige Alternative sehen, was zu einer fatalen Zersplitterung in der ersten Runde führen würde.

    Dieser Druck von außen verstärkt die interne Spaltung der PS und macht die Wahl zu einem echten Kräftemessen zwischen zwei strategischen Visionen. Auf der einen Seite bevorzugt Olivier Faure die Vereinigung der Linken bereits in der ersten Runde unter dem Banner der Nouveau Front Populaire, auch wenn dies bedeutende Zugeständnisse an die Insoumis erfordert. Auf der anderen Seite befürwortet eine autonomere und gemäßigtere Linie Bündnisse mit der Mitte und Place publique unter Ausschluss von LFI. Die Ergebnisse in symbolträchtigen Städten wie Rouen oder Paris (nach Hidalgo) werden für die Zukunft der Parteiführung entscheidend sein.

    Schließlich geht es um mehr als nur einen einfachen Streit zwischen den Parteiapparaten: In bestimmten Regionen wie Grand Est, Hauts-de-France oder PACA könnte die Spaltung der Linken den Weg für den Rassemblement National ebnen. Für die PS besteht das Ziel darin, zu zeigen, dass ihr Modell der lokalen Verwaltung nach wie vor der einzige wirksame Schutzwall gegen die extreme Rechte ist.

    Insgesamt geht es für die Sozialistische Partei um ihre Rolle als „Dreh- und Angelpunkt”: Wenn sie ihre großen Rathäuser an ihre Verbündeten oder Gegner verliert, verliert sie jegliches politisches Gewicht, um einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen 2027 durchzusetzen. 


    Anmerkung: Von den 263 Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern haben 43 Bürgermeister der „Parti Socialiste” (darunter Paris und Marseille) und insgesamt 66 der Linken.

  • La France Insoumise (LFI) betrachtet die Kommunalwahlen 2026 als einen wichtigen und aggressiven Schritt in ihrer Strategie zur Eroberung neuer Gebiete. Die Bewegung will zum ersten Mal ihre nationalen Wahlergebnisse in konkrete lokale Verankerungen umwandeln und zielt dabei direkt auf mehrere Großstädte ab, die derzeit von der Sozialistischen Partei oder den Grünen regiert werden. Diese Mobilisierung ist eine Vorbereitung auf die Präsidentschaftswahl 2027, mit dem Ziel, „diese Wahl zu einem Höhepunkt der politischen Bildung der breiten Masse zu machen, denn diese werden wir 2027 brauchen, wenn Frankreich sich für uns entscheidet“, so Jean-Luc Mélenchon.

    Für LFI besteht die Herausforderung auf kommunaler Ebene darin, zu beweisen, dass die Partei nicht nur über eine solide Dynamik verfügt, sondern dass sie die einzige glaubwürdige Alternative zum Rassemblement National darstellt. Durch die dauerhafte Etablierung in den Regionen versucht LFI, die taktischen Stimmen bereits im ersten Wahlgang 2027 für sich zu gewinnen, indem sie die Linke zwingt, sich um ihre Plattform zu versammeln, und die anderen progressiven Kräfte endgültig an den Rand drängt. 

  • Eine Mehrheit von Kandidierenden ohne Parteizugehörigkeit 

    Die kommunale Landschaft wird von dem Phänomen der Parteiunabhängigkeit dominiert, was die Interpretation der landesweiten Ergebnisse erschwert. In Gemeinden mit weniger als 1.000 Einwohnenden gehören fast 67 % der Bürgermeister*innen keiner politischen Partei an. Das spiegelt den Wunsch wider, sich aus den nationalen Spaltungen herauszuhalten. 

    Diese Ablehnung der Parteizugehörigkeit ist auch in Gemeinden mit mehr als 1.000 Einwohnenden zu beobachten, wo sich viele Kandidierende über die Verpflichtung empören, eine politische Orientierung vorzuweisen. Die Parteizugehörigkeit wird oft als überholt und realitätsfern empfunden. Um nicht parteigebunden zu erscheinen, entscheiden sich viele für die Bezeichnung „Divers“ in Verbindung mit einer politischen Richtung (Divers Droite oder Divers Gauche). Dieser freiwillige Verzicht auf eine Parteizugehörigkeit stellt eine Herausforderung für die auf nationaler Ebene vertretenen Parteien dar: Ihr Erfolg im Jahr 2027 hängt davon ab, ob sie in der Lage sind, in Gebieten, in denen das Vertrauen in politische Formationen schwindet, zu mobilisieren und Fuß zu fassen. 

Eine besondere Herausforderung für die Grünen

Die Kommunalwahlen 2026 scheinen für die Grünen (Les Ecologistes) ein entscheidender Termin zu sein. Nach der „grünen Welle“ von 2020, die der Bewegung einen beispiellosen Durchbruch in mehreren Großstädten bescherte, geht es nun darum, diese lokale Verankerung zu festigen. Die Grünen wollen zeigen, dass sie eine Regierungspartei sind, um zu vermeiden, dass sie bei den Wahlen 2027 an den Rand gedrängt werden. 

Die Erfolge des Jahres 2020 konsolidieren 

Der Erfolg von 2020 hatte die meisten politischen Gruppierungen überrascht: Die Grünen hatten sich in etwa zehn Großstädten an die Spitze gesetzt, oft dank breiter Bündnisse und einer günstigen Dynamik. Sechs Jahre später müssen die amtierenden Bürgermeister*innen ihre manchmal fragilen Positionen verteidigen, insbesondere in symbolträchtigen Städten wie Lyon, Straßburg, Bordeaux, Grenoble, Tours, Besançon, Annecy oder Poitiers. 

Gleichzeitig strebt die Partei eine Ausweitung ihrer territorialen Präsenz an. Zwei Städte stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses: In Paris, wo die Partei hofft, ihren Wahlerfolg in eine kommunale Führungsrolle umzuwandeln, macht der interne und externe Wettbewerb die Gleichung besonders komplex. In Lille, einer Stadt mit historisch linker Verankerung, werden die Kommunalwahlen aufgrund der Neugestaltung des Kräfteverhältnisses zwischen den Parteien des linken Spektrums Parti Socialiste, Grüne und Insoumis zu einem entscheidenden Test für die Fähigkeit der Grünen, sich in einem wettbewerbsorientierten Umfeld durchzusetzen. 

Erhöhte Unsicherheit bei den Bündnissen im linken Spektrum

Die Frage der Bündnisse ist einer der zentralen Punkte dieser Kommunalwahlen. Lange Zeit galten die Grünen als die wichtigsten Verfechtenden von Umweltbelangen, doch heute haben sie kein Monopol mehr auf dieses Thema. Diese Entwicklung spiegelt jedoch unterschiedliche Denkweisen innerhalb der Linken wider. 

Die Sozialistische Partei betont, dass der Umweltschutz bereits in ihre lokale und nationale Politik integriert ist, und fordert eher Kontinuität als einen Bruch. La France Insoumise hingegen überbietet sie mit ihrer Rhetorik und bekräftigt ihren Willen, es sowohl in Bezug auf das Programm als auch auf die Radikalität der Vorschläge „besser zu machen“ als die Grünen.

Diese ideologischen Unterschiede erschweren die Diskussionen über eine Union, zumal die Wahlstrategien deutlich von denen des Jahres 2020 abweichen. La France Insoumise bekräftigt nun ihren Willen, im Namen des Aufbaus einer „Front Populaire“ in einer großen Anzahl von Gemeinden eigenständige Listen aufzustellen, was den Spielraum für Kompromisse mit ihren potenziellen Partnerinnen und Partnern automatisch verringert. 

Eine Orientierung festlegen, die vom Kurs auf nationaler Ebene abweicht

Zu diesen Schwierigkeiten kommen noch die internen Debatten hinzu, die derzeit die nationale Führung der Grünen beschäftigen. Die Linie, die von Marine Tondelier vertreten wird, die von einer starken Medienpräsenz profitiert, findet nicht die Zustimmung aller Abgeordneten. Sie bedauern, dass die politische Ökologie Schwierigkeiten hat, eine klare programmatische Vision durchzusetzen, obwohl die klimatische, soziale und demokratische Krise ihre Themen in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte rückt. 

Die Fähigkeit der Grünen, ihre Errungenschaften von 2020 zu verteidigen, ihre strategische Positionierung zu klären und sich in einer fragmentierten politischen Landschaft durchzusetzen, wird einer der wichtigsten Indikatoren für die Kommunalwahlen 2026 sein – und darüber hinaus für ihren Platz in der Neugestaltung der Linken im Vorfeld des Wahljahres 2027.

 

Übersetzung: Angela Eumann, Bearbetung: Katja Petrovic | Voxeurop